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Botanicals im Gin: Was Wacholder, Zitrus & Co. im Glas bewirken

Was Wacholder, Zitrus, Blüten und Gewürze im Gin bewirken – und wie Du Botanicals richtig kombinierst.

Wacholder, Zitronenschale, Lavendel, Kardamom – im Gin steckt oft eine ganze Kräuterkammer. Diese Zutaten heißen Botanicals, und sie machen den Unterschied zwischen zwei Gins aus. In unserer Destillerie arbeiten wir mit über 60 verschiedenen Botanicals. Hier erfährst Du, was die wichtigsten davon im Glas bewirken – und wie Du sie kombinierst.

Was sind Botanicals?

Botanicals sind alle pflanzlichen Zutaten, die einem Gin sein Aroma geben: Beeren, Samen, Wurzeln, Rinden, Blüten, Kräuter und Fruchtschalen. Sie werden vor oder während der Destillation mit dem Alkohol in Kontakt gebracht und geben dabei ihre Aromen ab.

Ein Botanical ist dabei Pflicht: Wacholder. Er muss geschmacklich im Vordergrund stehen – sonst darf sich ein Getränk nicht Gin nennen.

Die Basis: Wacholder

Wacholder ist das Rückgrat jedes Gins. Er bringt die typischen harzigen, waldigen und leicht pfeffrigen Noten. Wie präsent er ist, prägt den Charakter eines Gins stark: Viel Wacholder ergibt einen klassischen, trockenen Gin, weniger Wacholder lässt anderen Botanicals mehr Raum.

Zitrisch: Frische und Spritzigkeit

Zitrische Botanicals machen einen Gin frisch und lebendig – und passen besonders gut zu Tonic.

  • Zitronen-, Orangen-, Limetten- und Grapefruitschale: klare, frische Zitrusnoten, jede mit eigenem Charakter – Zitrone hell und spritzig, Orange weicher und fruchtiger.
  • Koriandersamen: nach Wacholder eines der häufigsten Gin-Botanicals – zitrisch mit einer leicht würzigen Note.
  • Kardamom: frisch, warm und leicht eukalyptusartig.
  • Zitronengras, Kaffir-Limettenblätter und Ingwer: exotische Frische mit asiatischem Touch.

Floral: Eleganz und Leichtigkeit

Blüten machen einen Gin weich, duftig und elegant.

  • Lavendel: intensiv und typisch – sparsam eingesetzt ein wunderbarer Akzent.
  • Holunderblüte: süßlich-blumig, sommerlich.
  • Rosenblätter und Hibiskus: fein, fruchtig-blumig.
  • Kamille: sanft, leicht honigartig.
  • Gurke: frisch und grün – macht einen Gin besonders leicht.

Würzig: Tiefe und Struktur

Gewürze, Wurzeln und Kräuter geben einem Gin Körper und Komplexität.

  • Angelikawurzel: erdig und holzig. Sie verbindet die anderen Aromen und gibt dem Gin Struktur.
  • Kubebenpfeffer und Paradieskörner: pfeffrige Wärme, ohne scharf zu sein.
  • Rosmarin, Thymian, Basilikum: mediterrane, kräuterige Noten.
  • Hopfenblüte: leicht bitter und herb – ein bayerischer Klassiker, der auch unserem Bavaricus seinen Charakter gibt.
  • Veilchenwurzel: pudrig-floral, hält die Aromen zusammen.

Süß: Rundheit und Wärme

Süße Botanicals machen einen Gin runder und weicher – ganz ohne Zucker.

  • Süßholz: sanfte Süße und ein volles Mundgefühl.
  • Zimt und Tonkabohne: warm und würzig-süß, ideal für winterliche Gins.
  • Heidelbeere und Himbeere: fruchtige Tiefe.
  • Dunkle Schokolade: herb-süß, überraschend und besonders.

Spezial: das gewisse Etwas

Manche Botanicals sind selten – und machen einen Gin unverwechselbar: Yuzu aus Japan, Bergamotte aus Kalabrien, Birds-Eye-Chili für feurige Akzente oder Flugmango für exotische Süße.

So kombinierst Du Botanicals

Ein guter Gin ist wie ein gutes Gericht: Nicht die Menge macht ihn aus, sondern die Balance.

  • Weniger ist mehr: Fünf bis acht gut gewählte Botanicals ergeben oft einen klareren Gin als fünfzehn.
  • Eine Hauptrolle wählen: Entscheide, was Dein Gin sein soll – frisch-zitrisch, blumig, würzig oder fruchtig – und baue darum herum.
  • Intensive Botanicals sparsam einsetzen: Lavendel, Nelke oder Chili können schnell dominieren.
  • Struktur nicht vergessen: Eine Wurzel wie Angelika hält die Aromen zusammen.

Probier es selbst aus

Im Gin-Konfigurator stellst Du aus über 60 Botanicals Deinen eigenen Gin zusammen – wir destillieren ihn von Hand in unserer Münchner Destillerie. Wie das genau abläuft, liest Du in unserem Beitrag Eigenen Gin herstellen lassen.

Lieber erst probieren? In der Gin-Tasting Box vergleichst Du vier Gins mit ganz unterschiedlichen Botanicals – und findest heraus, welche Richtung Dir am besten schmeckt.

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